Die neue Blaggedde zeigt, was in Binningen zu Reden gibt. Melanie Meyer Kopfmann berichtet von der Entstehung.
2025 war ein an Gesprächsstoff reiches Jahr für Binningen. Zu reden gaben unter anderem der geplante Birsigpark auf dem Spiesshöfliareal und die Erweiterungspläne des Zolli. Der Birsigpark fiel im Mai 2025 mit 2940 zu 1427 Stimmen an der Urne durch. Wir erinnern uns: Der Gemeinderat hatte sich dagegen ausgesprochen, der Einwohnerrat dafür. Nach der Abstimmung ging eine Stimmrechtsbeschwerde beim Regierungsrat ein. Inhalt der abgelehnten Beschwerde war die Kommunikation des Gemeinderats. 2025 war aber auch das Jahr des Nadelörs, denn vor Baustellen und Abschrankungen war dem Spiesshöfliareal entlang das Durchkommen erschwert. Tempi passati! Ab sofort gilt: «Mr kömme», seit Mitte Dezember ist die Bottmingerstrasse wieder voll befahrbar und das Tempolimit aufgehoben.
Hattrick geschafft
Mit der Giraffe greift die Blaggedde die Erweiterungspläne des Zolli auf und mit den Tramgeleisen die kontrovers diskutierte Tramverbindung über den Margarethenstich, die ohne Baselbieter Beteiligung nun von der Stadt finanziert werden soll. Wann genau der vom Harlekin ersehnte neue 17er den Margarethenstich hinauffahren wird, steht also noch eine Weile lang in den Sternen. «Der Gesprächsstoff wird uns so bald nicht ausgehen», hält die Pressemitteilung des Binninger Fasnacht Comités fest. Gestaltet wurde die Blaggedde von Melanie Meyer Kopfmann. «Ich freue mich total», sagt sie im Gespräch mit dem BWB. «Vor allem, weil ich andere Entwürfe gesehen habe, die auch sehr stark sind.» Ausgegangen ist Melanie Meyer bei ihrem Entwurf von der Idee, etwas mit dem Zolli machen zu wollen. «Also bin ich auch die Seite von Blaggedde-Müller und habe mir die Formen angeschaut», sagt sie im Gespräch mit dem BWB. «Wir haben eine Form übernommen, die es schon einmal gegeben hat.» Das erleichtere die Arbeit und sei günstiger, wie sie erklärt. Ausgehend von dieser Form ist die Gestaltung entstanden. «Ich gehe von der Form auf den Inhalt, dann kommen die Ideen mit der Zeit hinzu.» Nach und nach kamen im Lauf der Zeit dann noch einzelne Änderungen und Anpassungen dazu, etwa die Räppli. Was sagt Melanie Meyer zur Tatsache, dass sie zum dritten Mal in Folge die Blaggedde gestaltet? «Ich freue mich und finde es lässig, aber das nächste Mal soll jemand anderes die Blaggedde machen.» Das Rennen war äusserst knapp, am Ende waren es zwei Punkte Unterschied, die den Ausschlag gaben. Insgesamt sind sieben «Blaggedde»- Entwürfe beim Comité eingegangen. Wie es zum Motto der diesjährigen Fasnacht 2026 kam, erklärt der neue Obmann Ändi Kopfmann- Meyer im Gespräch so: «Momentan stürmen alle ein bisschen und wollen nach Binningen. » Wobei das so eine Sache ist, denn betrachtet man die Blaggedde genau, wird klar, dass die Giraffe Richtung Margarethenstich will, also in Richtung Stadt – und dann einen Blick zurück wirft.
Neuer Obmann
Für Ändi Kopfmann-Meyer ist es die erste Fasnacht als Obmann. «Was sich für mich am meisten ändern wird: Ich werde dieses Jahr nicht mitlaufen können, sondern bin die ganze Zeit am Comité-Stand anzutreffen. Es gehört viel mehr Repräsentation dazu. Erst am Abend dann kann ich selbst auch unterwegs sein.» Und was macht für ihn den besonderen Reiz der Binninger Fasnacht aus? «Es ist die letzte Fasnacht der Saison, neben Muttenz. Die letzte Möglichkeit, die Fasnacht zu sehen und zu erleben. Man muss entweder zu uns oder nach Muttenz – wobei wir in Binningen es viel lustiger haben», antwortet er und lacht. Erstmals erhältlich waren die Blaggedde am Neujahresapéro im Kronenmattsaal. Den Bericht dazu lesen Sie im nächsten BWB.

