Am Samstag, 17. Januar, packten zahlreiche Helferinnen und Helfer in der Herzogenmatt mit Schaufeln und Hacken an.
Ein paar Meter neben einem der wenigen «Achtung Kühe»-Schilder in Binningen wartet der Kleinlaster der Alabor Gartenbau AG aufs BWB. Thomas Jundt, der Präsident des Vereins Herzogenmatt, ist mit seinem Vater und seinem Sohn Remo da. Auf der Ladefläche geht es ein paar Minuten lang auf der Holzmattstrasse in Richtung Herzogenmatt. Remo zeigt hinaus auf die Felder, wo Rehe zu sehen sind. Er ist in der sechsten Klasse und ist gerne draussen an der frischen Luft. «Ich bin lieber hier, zu Hause wüsste ich jetzt nicht, was machen», sagt er.
Beim Gerätehaus in der Herzogenmatt warten schon zahlreiche Freiwillige. Während in der Ferne ein Hahn kräht, ist aus dem Wald ein Specht zu hören. Thomas Jundt begrüsst die Anwesenden und erklärt, welche Arbeiten heute gemacht werden sollen. Die Leute werden in Gruppen aufgeteilt und schon werden die notwendigen Werkzeuge auf den Lieferwagen verladen. Der Verein zur Förderung des Naturschutzgebiets Herzogenmatt organisiert pro Jahr zehn solche Freiwilligeneinsätze.
Schlamm herausschaufeln
Jundts Gruppe geht zu einem kleinen Weiher. «Der grosse Weiher wurde bereits diese Woche geleert und von Profis gereinigt», erklärt er (das BWB berichtete). Ein langer, riesiger Haufen brauner Schlamm auf einer Wiese in einer Senke zeigt das Ausmass dieser Arbeiten. Alle ungefähr zehn Jahre müssen die Weiher geleert und von Schlick und Moder gereinigt werden. Ins Wasser gefallenes Laub und abgestorbene Pflanzen führen sonst zur Verschlammung und Verlandung der Weiher, was Sauerstoffmangel und das Absterben der Teichbewohner nach sich zieht.
Im wunderbar diffusen Morgenlicht schimmern die gefrorenen Weiher wie stumpf gewordene Spiegel. Jundt erklärt den Freiwilligen das Vorgehen: «Erst brechen wir das Eis, dann pumpen wir den Weiher leer und dann schaufeln wir den Schlamm raus.» Erstes Beklopfen des gefrorenen Weihers mit den Stielen von Rechen ergibt: Das Eis ist dick, es braucht Schaufeln und Hacken, um es zu brechen und rauszukriegen.
Röhrende Motorsäge
Während ein Teil der Gruppe sich um den kleinen Weiher kümmert, zieht Jundt sich den Schutzhelm auf und giesst Benzin in eine Motorsäge. Als sie losröhrt, sägt er den Feldahorn um, der auf der einen Seite des Weges wächst. Er wächst sehr schnell und verdrängt viele andere, kleinere Pflanzen. «Wir machen immer nur eine Seite aufs Mal», erklärt Jundt in einer Pause. «So entsteht eine Art von künstlicher Natürlichkeit, Alt und Neu stehen dann nebeneinander. Früher hat man das die Natur machen lassen, etwa mit Schnee, Lawinen oder Feuer. Heute gibt es weniger solche natürlichen Einschnitte und darum helfen wir nach.» Jundt zersägt die Stämme in kleinere Teile, die von den Freiwilligen zu Asthaufen geschichtet werden. Darin finden Kleintiere Zuflucht und Schutz, etwa Igel, Frösche und Ringelnattern. Teile der heute gefällten Bäume werden wieder ausschlagen und zu wachsen beginnen, sodass nach und nach eine dichte Hecke entsteht. Diese wird in einem weiteren Schritt mit einheimischen Sträuchern ergänzt werden, etwa mit Weissdorn, Schwarzdorn oder Schneeball. Unter den Freiwilligen herrscht aufgeräumte Früher-Samstagmorgen-Stimmung: «Es ist schön, am Ende eines solchen Einsatzes siehst du, was du alles gemacht hast», berichtet Martin. Und Jana erzählt: «Ich freue mich sehr über den Einsatz und das schöne Wetter – aber aus dem Bett kämpfen habe ich mich trotzdem müssen.»

