Seit 35 Jahren gibt es den Binniger Wuchemärt.
Rita Abt ist bei der Arbeitsgruppe AG Wuchemärt und berichtet dem BWB.
Interview Gregor Szyndler
Binninger Wochenblatt: Was ist Ihre Rolle rund um den Wuchemärt?
Rita Abt:
Ich bin Mitglied der AG Wuchemärt, die den Markt organisiert und selber einen eigenen Stand hat. Wir sind zwölf Freiwillige, die den Stand abwechslungsweise betreuen. Ich koordiniere die Einsätze unserer Teams und gehöre selbst auch zum Verkaufsteam. Ausserdem schreibe ich die «Märtberichte» im BWB und kümmere mich um die Standeinteilung aller Anbieter, Bestellung der Stände, Verhandlungen mit Anbietern und alles andere, was so an Organisatorischem rund um den Märt anfällt.
Warum ist Ihnen der Wuchemärt persönlich wichtig?
Ich mache gerne etwas Sinnvolles und finde, der Markt ist eine Bereicherung für Binningen. Wir vom Ökostand sind seit vielen Jahren ein tolles Team und haben es gut zusammen.
Allgemein stehen natürlich die ökologischen Aspekte im Vordergrund, wie die Förderung gesunder, saisonaler und hauptsächlich biologisch und in der Region produzierter Lebensmittel, kurze Transportwege und die Unterstützung lokaler Bauernbetriebe und Kleinunternehmen. Auch soziale Institutionen sind übrigens bei uns willkommen.
Wie wichtig ist der Wuchemärt fürs Dorfleben?
Ich verstehe den Wuchemärt als Ergänzung zu den bestehenden Angeboten und Veranstaltungen in Binningen. Er hat eine treue Stammkundschaft und ist für viele ein regelmässiger Treffpunkt am Freitagmorgen. Man kennt sich und tauscht sich aus. Leider gilt das eher nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Einkaufsbedingungen gegenüber früher geändert haben: Die Grossverteiler bieten mittlerweile ebenfalls viele Bioprodukte an und haben lange Öffnungszeiten, die vor allem Berufstätigen das Einkaufen erleichtern.
Was tut der Wuchemärt, um an neue Anbieter zu kommen?
Interessierte melden sich hauptsächlich via Website der Ökogemeinde, aber auch über aktive Teilnehmer und persönliche Kontakte. Heute etwa durften wir eine neue Anbieterin mit verschiedenen Chili-Konfis begrüssen. Im März kommt neu eine Frau mit Blumengestecken und angefragt hat auch eine Köchin, die gerne mitmachen würde. Aber einfach ist es nicht, regelmässige Anbieter zu finden.
Was gibt bei den Anbietern den Ausschlag, an den Wuchemärt zu kommen?
Einzel- oder Kleinbetriebe probieren aus, ob eine Nachfrage für ihre Waren besteht. Frische Lebensmittel für den täglichen Bedarf verkaufen sich gut. Für Anbieter anderer Waren lohnt sich Aufwand und Ertrag oft nicht. Deshalb springen viele bald wieder ab. Für einige ist eine Teilnahme auch ein günstiger Werbezweck. Wenige andere sind Idealisten, präsentieren gerne ihre oftmals selber hergestellten Produkte und machen einfach gerne Märt, unabhängig davon, wie viel sie verdienen. Sicher ist: Reich wird man mit einem Stand bei uns nicht.
Der Wuchemärt wird 35 Jahre alt. Was wünschen Sie ihm für die nächsten 35 Jahre?
Dass er weiter besteht, dass sich Leute finden, die sich engagieren dafür – jüngere Leute, die ihn mit Schwung weiterführen und neue Impulse bringen. Auch Nachfolgerinnen und Nachfolger für unser eigenes Team wünsche ich mir, denn wir sind alle schon weit übers Pensionsalter hinaus. Selbst werde ich noch so lange machen, wie es mir Spass macht und ich die Energie dafür aufbringe.
Wuchemärtunterstützen
Der Markt sucht Freiwillige fürs Aushelfen am Verkaufsstand und Vereinsmitglieder. Wer mitmachen will, kann sich über oekogemeinde.ch/wochenmarkt.html melden.

