«Alles, was Vorschulkindern und Eltern eine Freude macht»

Seit 1997 gibt es den Offenen Treffpunkt im Familienzentrum. Franziska Kissling vom Trägerverein berichtet.

Der Flur vor dem Offenen Treffpunkt (OT) ist an diesem Freitagmorgen voller Kinderwagen. Drinnen stapeln sich Jacken in der Garderobe: «Wir haben 17 Kinder und 21 Bezugspersonen zu Besuch», sagt Franziska Kissling, Präsidentin des OT-Trägervereins. «Das ist viel für einen Musikmorgen.» Sie bahnt sich mit der Gitarre einen Weg durch das Gewusel.


Der OT ist ein Café für Eltern und andere Bezugspersonen mit Kleinkindern zwischen null und fünf Jahren. Während die Kinder spielen, trinken die Erwachsenen Kaffee. Zusätzlich bietet der OT verschiedene Aktivitäten für Eltern und Kinder an, etwa den «Musikmorgen», der jeden letzten Freitag im Monat stattfindet.

 


Binninger Wochenblatt: Was genau bietet der OT alles an?


Franziska Kissling: Alles, was Vorschulkindern und ihren Eltern in Binningen eine Freude macht: ein offenes Café für die Eltern, ein Spielzimmer für die Kleinen,
ausserdem eine Spielgruppe, offenes Turnen, den Musikmorgen und Vorträge.

 


Welche Schwerpunkte setzen Sie bei den Veranstaltungen?


Wir fördern Bewegung. Dafür gibt es das offene Turnen, bei dem Kinder spielerisch Freude an Bewegung entwickeln. Unsere Spielgruppe ist übrigens «purzelbaumzertifiziert».

 


Was heisst das?


Die Leiterinnen der Spielgruppe sind in den Bereichen Ernährung und Bewegung geschult. Sie animieren die Kinder gezielt zur Bewegung und zeigen Eltern gesunde Ernährung.

 


Welche weiteren Veranstaltungen organisieren Sie?


Wir bieten regelmässig Vorträge zu Themen wie Kinder, Alltag und Erziehung an. Ausserdem veranstalten wir einen Räbeliechtli-Umzug und stellen zusammen mit dem Robi-Spielplatz einen Santiglaus-Anlass auf die Beine.

 


Welche Anlässe waren in den letzten Jahren besonders beliebt?


Der Besuch des Sozialhundes zieht immer viele Familien an. Auch der Ausflug zur Feuerwehr war ein Highlight: Die Kinder konnten mit einer Wasserspritze spielen, die Uniformen der Feuerwehrleute bestaunen und ein Feuerwehrauto besichtigen. Sehr gefragt sind die Kindercoiffeusen, die Vorschulkindern auf Anmeldung schicke Frisuren verpassen. Zu diesen Anlässen kommen jeweils rund 30 Familien.

 


Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Gemeinde?


Wir haben eine Leistungsvereinbarung für die Cafeteria und pflegen eine enge, unterstützende Zusammenarbeit. Ausserdem stehen wir im Austausch mit Fabienne Plattner, der Kinder- und Jugendbeauftragten der Gemeinde.

 


Was sind die grössten Herausforderungen des OT?


Vor einem halben Jahr hätte ich gesagt: die Verhandlungen zur neuen Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde. Unser Vorstand arbeitet ehrenamtlich, solche Vereinbarungen zu erarbeiten, ist anspruchsvoll. Eine weitere Herausforderung ist die Frage: «Wie erreichen wir die richtige Anzahl Kinder und Eltern für unsere Angebote?»

 


Gibt es eine «richtige Anzahl» Teilnehmende?


Ja, die gibt es. Wenn 25 Kinder zum Musikmorgen kommen, ist das zu viel – genauso wie 60 Kinder beim Santiglaus.

 


Warum ist das so wichtig?


Weil unsere Veranstaltungen für alle angenehm sein sollen: für die Kinder, die gerne in grossen Gruppen spielen, genauso wie für jene Kinder, die es lieber ruhiger mögen.

 


Was tun Sie, wenn eine Familie mehr Unterstützung braucht, als Sie bieten können?


Wir hören aktiv zu. Viele Alleinerziehende besuchen uns. In den Gesprächen kommen manchmal Themen wie finanzielle Sorgen zur Sprache. Zum Glück sind wir im Familienzentrum gut vernetzt. In schwierigen Fällen verweisen wir an Tanja Canonica, die Koordinatorin des Familienzentrums. Sie kann diesen Familien dann ganz gezielt helfen.

 


Warum ist der OT wichtig?


Für frischgebackene Eltern ist er der Ort, um andere Eltern kennenzulernen. Oft kommen auch Familien zu uns, die neu in Binningen sind. Sie freuen sich, hier Kontakte zu knüpfen. Der Besuch ist unverbindlich, kostenlos und ohne Konsumzwang. Für viele Eltern, die mal eine ruhige Stunde brauchen, sind wir ein Rettungsanker.

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